ECK.ventures GmbH: Start-up-Center für die Region Mittelrhein

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Im Oktober 2017 wurde die ECK.ventures GmbH in Koblenz gegründet. Das Team aus IT-, Prozessmanagement-, Invest­ment- und Marketingexperten bietet Start-ups bereits in der Frühphase intensive und me­thodische Betreuung sowie Ka­pital. Dies ermöglicht den Gründern, ihren Fokus komplett auf ihr Geschäftsmodell zu le­gen und vereinfacht den Pro­zess der Unternehmensgrün­dung. Geschäftsführer Johan­nes Utsch stellt ECK.ventures im Interview vor.

Johannes Utsch ist Geschäftsführer der ECK.ventures GmbH

► Herr Utsch, wie kam es zur Gründung von ECK.ventures?

Die Idee kommt vor allem aus persönlicher Investmenterfahrung in Early-Stage Start-ups im Soft­warebereich. Zum einen haben wir festgestellt, dass Start-ups in der Frühphase deutlich mehr Be­treuungsaufwand brauchen, als das „nebenbei“ möglich ist, und zweitens, dass Start-ups im Er­folgsfall aus der Region abwan­dern. Dieser Problematik möchten wir mit ECK.ventures begegnen.

► Wie gehen Sie dabei vor?

Gründer erfahren in der Region zwar viele Unterstützungsange­bote, aber keinerlei Orientierung. Wir bieten skalierbaren Start-ups in den Regionen Rheinland und Rhein-Main nicht nur Kapital, son­dern darüber hinaus eine umfas­sende und strukturierte Betreu­ung, die in der Frühphase so ein­zigartig ist.

Daneben bieten wir unsere Ex­pertise in Start-up-Management auch etablierten Mittelständlern in der Region an. Unser Konzept ermöglicht Mittelständlern, Probleme und Innovationsvorhaben mit neuartigen Methoden anzuge­hen und durch das strukturierte Wachstum von Start-up-Teams im Unternehmen Blockaden und alte Strukturen anzugehen. Im Unter­schied zu großen Digitalisierungs­projekten ist das Vorgehen hierbei iterativ, sodass keine hohen Vor­abinvestments notwendig sind, sondern jederzeit am transparent gemessenen Erfolg der Maßnah­men das weitere Vorgehen ent­schieden werden kann.

► Wenn ich als Gründer Unter­stützung bei ECK.ventures su­che, wie sieht das Prozedere aus?

Nach einem möglichen Erstkon­takt bitten wir um Zusendung ei­nes 10-Slide Pitch-Decks (mehr zum Thema Pitch-Deck auf Seite 2), der Le­bensläufe der Gründer sowie um die Einschätzung des Kapitalbe­darfs.

Im zweiten Step folgt dann ein etwa 30-minütiger Skype-Call. Im Anschluss daran folgt ein Work­shop-Tag. Hier nehmen wir uns einen kompletten Tag Zeit, um mit den Gründern an deren Ge­schäftsmodell zu arbeiten. Nach dem Final Pitch fällt die Entscheidung und es folgt ggf. die Durch­führung des Investments.

► Nach welchen Kriterien ent­scheiden Sie?

Unsere Investmentkriterien fu­ßen auf einer ganzheitlichen Be­trach­tung der Faktoren Team, Ge­schäftsmodell, Finanzplanung und Markt. Auf dieser Basis er­rechnen wir nach dem finalen Pitch einen Score für jedes Start-up. Die letztendliche Entschei­dung treffen wir auf dieser Basis frei im Gründerteam.

Derzeit investieren wir in etwa je­des zehnte Start-up, das sich ernst­haft bei uns bewirbt. Nur Teams, bei denen wir auf Grund der ge­nannten Kriterien eine au­ßeror­dentlich gute Performance er­warten, kommen in die engere Auswahl. Unsere Tür steht jeder­zeit offen und wir unterstützen punktuell auch Teams außerhalb unseres Investmenthorizontes, konzentrieren uns aber auf  unser Portfolio aus technologieorientier­ten Start-ups.

Ein Beispiel ist Circl.Link aus Mainz. Kurz gesagt, Circl.Link be­schäftigt sich mit Affiliate Marketing über Influencer. Wir investieren hier als Lead Investor gemeinsam mit zwei Business Angels und der In­vestitions- und Strukturbank Rheinland-Pfalz (ISB) und unterstützen das Gründerteam vor allem in den Bereichen Lean Start-up – Ge­schäfts­modellbeschreibung, Auf­bau von Iterationszyklen und KPIs und Datenanalyse – und Sales. Dies erreichen wir, indem einer von uns durchschnittlich einmal im Mo­nat einen ganzen Tag mit den Gründern an deren Fragestellun­gen arbeitet. Daneben ermöglichen wir den Gründern Zugriff auf unser Netzwerk.

► Sie sind auch auf der Suche nach Investoren …

Ja! Wir bieten Investoren Zugang zu einem extrem schnell wachsen­den und lukrativen Markt und redu­zieren durch einen professionellen Investment- und Betreuungspro­zess das Risiko von Start-up-In­vestments.

Außer Geld sind wir an jeder Form von Zusammenarbeit interessiert, die die Start-up-Szene und speziell die Vernetzung von Start-ups mit etablierten Mittelständlern voranbringt. Wir bauen gemeinsam mit unseren Investoren und Partnern die Start-up-Szene in der Region auf und ermöglichen ihnen, ihre Ideen und Fähigkeiten einzubrin­gen. Wie gesagt, unsere Tür steht jederzeit offen.

► Finden sich solche Investoren in der Region und wer kann In­ves­tor werden?

Bisher ja, aber wir werden in zu­künftigen Runden auch Investoren außerhalb der Region ansprechen.

Unsere erste Investmentrunde wurde mit einer kleinen Gruppe re­gionaler Investoren letzten Monat abgeschlossen. Dies sind Partner, die in der Region aktiv sind und uns strategisch weiterbringen.

Im Sommer planen wir eine Crowdinvestingrunde, bei der je­der inves­tieren kann.

► Sie sprechen die Zukunft an. Wie sehen Ihre weiteren Pläne aus?

Die Gesellschaft besteht ja erst seit Oktober 2017, auch wenn davor bereits erhebliche Vorarbeit ge­leistet wurde. Von daher sind wir im Moment vor allem damit beschäf­tigt, die genannten Geschäftsfelder

Start-up-Investments und Start-up-Management auf- und auszubauen.

Wir gehen davon aus, dass wir im Vollbetrieb laufend etwa 30 bis 40 Start-ups im Portfolio ha­ben wer­den. Mittelfristig ist geplant, unser Ge­schäftsmo­dell auf andere Regi­onen mit ähnlichem Profil zu kopie­ren und dort durch eigene Teams aufbauen zu lassen. Unser  länger­fristiges Ziel ist die Ein­richtung von echten lokalen Start-up-Fonds, die z. B. durch lo­kale Banken vertrie­ben werden können.

► Herr Utsch, vielen Dank für das informative Gespräch und alles Gute für die Zukunft.

 

Weitere Informationen: www.eck.ventures