„Runder Tisch Start-up“ – der Koblenzer Stadtrat im TZK

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Auf Wunsch des Stadtrates sollte in Koblenz erstmalig eine Veranstaltung mit dem Ziel stattfinden, Politiker, Jungunternehmer, Gründer und ihre Unterstützer zusammenzubringen. „Nutzen Sie die Möglichkeit: Tauschen Sie sich mit Vertretern der kommunalen Politik aus und bringen auch Ihre Standpunkte in die Diskussion ein“, hieß es in der offiziellen und offenen Einladung an die Startup-Szene. Das TechnologieZentrum Koblenz bot für dieses Event seine Räumlichkeiten an.

Am 26.03.19 war es soweit, die Teilnehmenden trafen im Foyer des TZK ein. Als Zuhause zahlreicher Start-ups eignete sich dieser Ort besonders gut für das Anliegen des Stadtrates. Alle Unterstützer der Gründerszene waren vertreten – sowohl das Amt für Wirtschaftsförderung, der IT.Stadt Koblenz e.V. und das ISSO als auch die IHK Koblenz, HWK, ISB, das Gründungsbüro der Universität Koblenz, die WHU, SGD Nord und die Wirtschaftsjunioren Mittelrhein. Neben Startup-Gründern nahmen auch das Debeka Innovation Center (DICE), die Sparkasse Koblenz und erfahrene Köpfe aus Familienunternehmen der Region daran teil.

 

„Start-ups sind Innovationstreiber.“ (Startup League)

 

Nach der Begrüßung begab man sich in einen Konferenzraum im ersten Stock des TZK. Dort stellten sich alle Startup-Förderer vor und erläuterten in kurzen Vorträgen ihr bereits vorhandenes Angebot für junge Gründer*innen. Koblenz Digital hielt den gut durchdachten Ablauf des Abends per Twitter fest. Nennenswert ist, dass auch seitens der Start-ups Präsentationen vorgetragen wurden. Die jungen Gründer wollten die Gelegenheit nutzen und ihre Bedürfnisse sowie Ideen der kommunalen Politik vortragen.

 

„Wir müssen größer denken und auch Veranstaltungen mit mehr Reichweite organisieren.“ (Startup-Gründer)

Im Anschluss an die Präsentationen der einzelnen Akteure wurde die Diskussion eröffnet. Thomas Hammann (Amt für Wirtschaftsförderung) moderierte die Mitteilungen aus dem Publikum. Dabei achtete er sehr darauf, dass tatsächlich jeder zu Wort kam, der sich am Gespräch beteiligen wollte. Es fand ein angeregter Austausch statt, wobei vor allem diejenigen diskutierten, die sich bereits stark für die Förderung des Nachwuchses und des hiesigen Wirtschaftsstandortes engagieren.

 

„Wir bieten bereits so viel an, müssen aber manchmal Veranstaltungen absagen, weil zu wenige Anmeldungen kommen“, erzählte Frau Dr. Kornelia van der Beek (Universität Koblenz-Landau). „Die Frage sollte doch vielmehr lauten, was die Gründer sich sonst noch wünschen“, ertönte es aus der letzten Publikumsreihe. Doch waren hierfür überhaupt genug Gründer anwesend? „Als Gründer möchte man sein Unternehmen vorwärts bringen und geht nicht zu jeder Veranstaltung, sondern spart sich lieber die Zeit und bringt stattdessen sein Unternehmen voran“, stellte Beatrix Sieben (ISSO) klar und erläuterte: „Wenn wir die Zielstrebigen erreichen möchten, müssen wir ihnen Veranstaltungen mit Mehrwert bieten.“

Betreutes Gründen war das Stichwort des Abends. Wie kann man es Gründern möglichst einfach machen, an die notwendigen Informationen zu gelangen und die passende Beratung zu erhalten? Die Akteure haben sich bereits zur Startup League zusammengetan, um die vorhandenen Angebote nach außen zu tragen und für einen möglichst guten Überblick zu sorgen.

Unternehmer Stephan Mahlow (Mahlow Media): „Ich bin zu diesem Thema neutral, denke aber, dass durch Fernsehsendungen wie Die Höhle der Löwen Gründen zu einem Hype geworden ist. Die Vielfalt der hiesigen Angebote erschlägt einen fast. Es scheint mir daher nicht ein Mangel an Nachfrage, sondern ein Kommunikationsproblem vorzuliegen.“

Im Laufe des Gesprächs kam der Vorschlag, eine zusätzliche Anlaufstelle zu schaffen, die „wie die Spitze eines Trichters“ fungieren könnte. Doch diese würde weitere Kapazitäten erfordern, hieß es. Ob man dann den Nachwuchs besser erreichen würde?

Thomas Hammann (Amt für Wirtschaftsförderung): „Kürzlich saß ich mit drei Studenten im Zugabteil. Um diese Möglichkeit zu nutzen, fragte ich die jungen Leute, über welche Kanäle sie am besten zu erreichen seien. Darauf bekam ich drei unterschiedliche Antworten, weil jeder eine andere Plattform bevorzugte. >Und was wäre der gemeinsame Nenner?<, wollte ich dann wissen. Die Antwort lautete: >Am besten ein Aushang in der Uni.<“

In lockerer Runde, bei Speis’ und Trank im Foyer des TZK, ließ man den Abend gemütlich ausklingen. Die jungen Gründer gingen übrigens nicht wie alle anderen anschließend nach Hause, sondern fuhren mit dem Aufzug in ihre Büros hoch, um weiter zu arbeiten. Es war bereits 21:30 Uhr.

 

Fazit

 

Alle Anwesenden waren sich einig, dass ein Austausch zwischen den Förderern, Gründern und der kommunalen Politik sinnvoll ist und künftig fortgesetzt werden sollte. Wie die Politiker dieses Thema verarbeiten und künftig angehen werden, wird sich erst noch zeigen. Der erste Schritt ist immerhin getan. Mitglieder des Stadtrates konnten einen Blick ins Zuhause der Koblenzer Start-ups werfen und bekamen eine Menge Input seitens der Förderer und Gründer. Vielleicht werden beim nächsten Mal mehr Politiker und auch mehr Gründer daran teilnehmen, um sich wortwörtlich an einen runden Tisch zu setzen und gemeinsam auf neue Ideen zu kommen. Koblenz ist das allemal wert.