Neue Energie im Coworking Space: Fabian Henseler baut seine Selbstständigkeit im Nebengewerbe auf

Im Coworking Space des TechnologieZentrum Koblenz trifft man seit kurzem Fabian Henseler. Der Maschinenbauingenieur baut hier seine Selbstständigkeit im Nebengewerbe als Energieberater auf – parallel zur Teilzeitstelle bei Canyon Bicycles.

Im Interview erzählt er, warum ihn das Thema Energie schon lange fasziniert, weshalb er sich bewusst für den Schritt in die Selbstständigkeit entschieden hat – und welche Rolle das Coworking dabei spielt.

Fabian Henseler im Studio des TZK.

Fabian, wie bist du von Maschinenbau zur Energieberatung gekommen?

Ich bin Maschinenbauingenieur und seit meinem Abschluss vor etwa acht Jahren beruflich in sehr unterschiedlichen Bereichen unterwegs. In dieser Zeit habe ich unter anderem bei Schottel in Spay/Rhein und beim DVGW in Bonn gearbeitet – aktuell bin ich bei Canyon Bicycles in Koblenz tätig. Dadurch, dass ich schon in verschiedenen Themenfeldern und Unternehmenszweigen unterwegs war, konnte ich für mich herausfinden welchen beruflichen Weg ich einschlagen möchte. Neben dem Job habe ich mich in den letzten zwei Jahren weitergebildet und kann nun dadurch meine Selbstständigkeit im Nebengewerbe aufbauen.

Das Thema Energie hat mich grundsätzlich schon seit dem Maschinenbaustudium fasziniert – im Gebäudebereich ebenso wie in der Planung und im Betrieb von Kraftwerken oder Photovoltaik-Anlagen. Meine Masterarbeit habe ich zum Thema Mobilität auf Basis erneuerbarer Energien geschrieben und seitdem wusste ich, dass das Thema Energie in meinem täglichen Arbeitsalltag Platz finden wird. Und dadurch, dass ich in meinem bisherigen beruflichen Arbeitsalltag Projekte ohne direkten Kundenkontakt geleitet habe und leite, gleichzeitig jedoch den direkten Austausch mit Kunden schätze, wollte ich näher an der Praxis arbeiten. Und die Energieberatung bietet mir genau das. Es ist einfach inspirierend zu sehen, wie motiviert die Kunden sind ihre Gebäude energetisch zu optimieren, gleichzeitig Kosten sparen und spannende Technik verbauen zu können.

Zertifizierter Energieberater – was bedeutet das?

Seit etwa einem halben Jahr bin ich als Energie-Effizienz-Experte zertifiziert. Dafür gibt es eine offizielle Liste der Deutschen Energie-Agentur (dena). Wer dort eingetragen ist, darf bestimmte Beratungsleistungen anbieten und Förderprogramme begleiten. Mein Schwerpunkt liegt aktuell auf der energetischen Sanierung von Wohngebäuden – also Ein- und Mehrfamilienhäusern. Viele Eigentümer stehen vor Fragen wie:

  • Welche Maßnahmen lohnen sich wirklich?
  • Welche Förderungen gibt es?
  • Was bedeutet ein Heizungstausch konkret?

Meine Aufgabe ist es, diese Fragen neutral zu beantworten und Lösungen zu entwickeln, die technisch und wirtschaftlich sinnvoll sind.

Das Thema Energie bewegt aktuell viele Hausbesitzer.

Richtig, oft geht es dabei um steigende Energiekosten oder Modernisierungspläne. Lebenssituationen und somit auch Wohnanforderungen verändern sich. Wenn Kunden also umbauen möchten, sollte das Thema Energie nicht fehlen.

Dabei spielen Förderprogramme natürlich eine Rolle – etwa Zuschüsse oder zinsgünstige Kredite. Gleichzeitig versuche ich, meinen Kunden zu zeigen, dass energetische Maßnahmen auch ohne Förderung sinnvoll sein können. Denn langfristig spart man Energie und Kosten und gewinnt eine gewisse Unabhängigkeit von äußeren Faktoren. Für viele Kunden spielen aber auch weiche Faktoren wie Behaglichkeit, Wohnkomfort und Raumluftqualität eine Rolle.

Wie darf man sich deine Selbstständigkeit neben dem Job vorstellen?

Parallel zu meiner Selbstständigkeit arbeite ich weiterhin als Projektmanager bei Canyon Bicycles. Dort betreue ich unternehmensweite Projekte, die mehrere Bereiche betreffen – zum Beispiel Entwicklung, Produktion und die IT..

Die Idee, etwas Eigenes aufzubauen, ist über die Zeit gewachsen. Ich wollte nicht nur Projekte umsetzen, sondern selbst gestalten: einen eigenen Kundenstamm aufbauen, die eigene Positionierung finden, eigene Ideen zum Thema Dienstleistungsportfolio und Marketing umsetzen und für mich neue Wege ausprobieren. Die Selbstständigkeit im Nebengewerbe ist für mich der optimale Weg, um genau dies zu gestalten.

Warum hast du dich fürs Coworking im TZK entschieden?

Das Coworking Space im TechnologieZentrum Koblenz bietet mir vor allem eines: Fokus und Austausch. Im Homeoffice hat man mit Familie wenig Ruhe und viel Ablenkung. Hier habe ich einen klaren Arbeitsplatz und gleichzeitig ein Umfeld, in dem viele Gründer unterwegs sind. Das inspiriert und bringt neue Ideen. Langfristig kann ich mir vorstellen, aus dem Coworking heraus Schritt für Schritt ein eigenes Ingenieurbüro aufzubauen.

Arbeitest du auch mit digitalen Lösungen für Energieberatung?

Ja, aktuell beschäftige ich mich intensiv mit dem Thema Heizungsplanung und Wärmepumpen. Dafür nutze ich eine Softwarelösung, mit der sich zum Beispiel Heizlastberechnungen und sowohl der hydraulische Abgleich als auch Heizflächenanalysen und -auslegung durchführen lassen. Mit vollständigen Informationen vom Eigentümer kann ich so diese Dienstleistung bundesweit anbieten und die erforderlichen Nachweise für die Förderung sowie erforderliche Planungsunterlagen ausstellen.

Diese Dienstleistung möchte ich künftig auch überregional insbesondere für das SHK Handwerk anbieten. Viele Betriebe haben wenig Zeit für komplexe Berechnungen im Büro. Genau dort kann ich unterstützen – als Planungspartner im Hintergrund.

An wen richtet sich dein Angebot?

Mein Angebot richtet sich vor allem an Eigentümer von Wohngebäuden – egal ob Einfamilienhaus oder Mehrfamilienhaus.

Darüber hinaus arbeite ich mit verschiedenen Partnern zusammen, zum Beispiel mit Handwerksbetrieben, Bauunternehmen, Hausverwaltungen und Maklern. Denn energetische Sanierung funktioniert am besten im Zusammenspiel vieler Gewerke.

Willkommen im TZK, Fabian!